Diakonie Stadtmission Zwickau e. V.
Brücke zum Leben

Ministerpräsident Tillich besucht Stadtmission Zwickau e.V.



Am letzten Samstag besuchte der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich zusammen mit den Abgeordneten Dr. Michael Luther und Gerald Otto das Hermann-Gocht-Haus in Zwickau Weißenborn.

Der Besuch war, im Ausklang des Wahlkampfes zur Bundestagswahl. Dementsprechend entspannt, konnte man die politischen Vertreter beim Rundgang durch das Haus beobachten. Der Direktor der Stadtmission, Rolf Schlagmann und Achim Barth, Leiter der Einrichtung empfingen die Gäste, zu denen auch Prof. Meike Vaupel von der Westsächsischen Hochschule Zwickau, Stephan Pöhler, Leiter des Gehörlosenzentrum Zwickau e.V. und der Gehörlosenpfarrer Stephan Richter gehörten. Dies machte insbesondere deutlich, dass es nicht um wirtschaftliche oder politische Interessen einzelner Einrichtungen gehen sollte, sondern um die Thematik der Gehörlosigkeit von Menschen in den verschiedensten Ausprägungen im Raum Zwickau.


Werner Neubert, Bewohner des Hauses, selbst gehörlos, erzählte den Besuchern von dem Namensgeber, Pfarrer Hermann Gocht, den er selbst noch kennen lernte. Seit 1955 wohnt er im Haus. Seine Berichte übersetzte ein Mitarbeiter der Stadtmission Zwickau e.V. und übermittelte in Gebärden die Fragen der Gäste. Im Anschluss an den Rundgang stand eine kleine Erfrischung bereit, bei der herzlich zum Gespräch eingeladen war. In den Mittelpunkt rückten schnell die sozialen Fragen des Landes und die mit unter beträchtlichen bürokratischen Hürden, die im Bereich der Betreuung und Pflege von behinderten Menschen, besonders auch im Alter aufgebaut sind. Am Ende des regen Austausches, bat Achim Barth die Professorin, dem Ehrengast die persönliche Gebärde „Ministerpräsident“ mitzugeben. Mit dem Hinweis, dass sie aus Hamburg stamme und es auch in der Gebärdensprache Dialekte gebe, holte sie sich Unterstützung von Stephan Pöhler. Der klopfte mit zwei Fingern auf die Brust und läutete anschließend sinnbildlich ein Glöckchen. Mit den eindrücklichen Bildern bereichert und herzlich dankend verabschiedeten sich die Gäste. Der Besuch zeigte, dass die Hand auf der Brust eine Hand aufs Herz ist und das Glöckchen für den Willen steht, die Belange behinderter Menschen in den Blick zu rücken.